Berechnen Sie Avalkosten für Gewährleistungsbürgschaft, Vertragserfüllungsbürgschaft und Anzahlungsbürgschaft. Der Rechner vergleicht Kautionsversicherung und Bankbürgschaft und zeigt, wie sich Bürgschaftskosten über die Laufzeit auswirken.
Was eine Bürgschaft im Bau kostet, hängt vom Avalsatz ab, also dem jährlichen Prozentsatz auf die Bürgschaftssumme. Wie hoch dieser Satz ausfällt, richtet sich nach Bürgschaftsart, Bonität, Laufzeit und danach, ob die Bürgschaft über einen Kautionsversicherer oder über die Bank läuft. Der Rechner schätzt diese Kosten für Gewährleistungs-, Vertragserfüllungs- und Anzahlungsbürgschaften und stellt Kautionsversicherung und Bankbürgschaft nebeneinander.
Bei Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsbürgschaften zeigt der Rechner zusätzlich den Vergleich zum Sicherheitseinbehalt: Wie viel Liquidität durch die Ablöse frei wird und wie sich die Avalkosten über die Laufzeit dagegen rechnen. So sehen Sie nicht nur den Jahresbeitrag, sondern die Gesamtkosten und den Liquiditätsvorteil auf einen Blick.
Kurz erklärt
Bürgschaftskosten werden als Avalprovision pro Jahr auf die Bürgschaftssumme berechnet. Bürgschaftssumme mal Avalsatz ergibt die Jahreskosten, multipliziert mit der Laufzeit die Gesamtkosten. Eine Kautionsversicherung ist häufig günstiger als eine Bankbürgschaft und schont die Kreditlinie. Bei kleinen Summen kann ein Mindestbeitrag den Effektivsatz erhöhen. Löst die Bürgschaft einen Sicherheitseinbehalt ab, steht der einbehaltene Betrag wieder als Liquidität zur Verfügung, während nur die Avalkosten anfallen.
Bürgschaftskosten-Rechner
Ihre Berechnung
1 · Bürgschaft
Bürgschaftsart
Sichert Mängelansprüche nach der Abnahme.
Bürgschaftssumme
€
Auftragssumme
€
Sicherheitsquote5 %
Bonität
Laufzeit
🛡️ Kautionsversicherung
Avalsatz p. a.
1,50 %
Kosten pro Jahr
75 €
Kosten pro Monat
6 €
Gesamtkosten über Laufzeit
300 €
Kreditlinie
Läuft über separaten Avalrahmen
geschont
2 · Hinweis zu den Werten
Der Rechner nutzt feste Orientierungswerte auf Basis marktüblicher Konditionen. Die tatsächlichen Konditionen hängen von Anbieter, Bonität, Bürgschaftsart, Laufzeit, Bürgschaftssumme und der Prüfung durch Bank oder Versicherer ab.
Die Kautionsversicherung läuft über einen eigenen Avalrahmen und schont die Kreditlinie bei der Hausbank. Eine Bankbürgschaft wird dagegen in der Regel auf die Kreditlinie angerechnet.
🏦 Bankbürgschaft
Avalsatz p. a.
2,50 %
Kosten pro Jahr
125 €
Einmalgebühr
Richtwert, einmalig bei Einrichtung
100 €
Gesamtkosten über Laufzeit
600 €
Kreditlinie
Wird in der Regel angerechnet
belastet
3 · Liquiditätsvergleich
Löst die Bürgschaft einen Sicherheitseinbehalt ab, steht der einbehaltene Betrag wieder als Liquidität im Betrieb zur Verfügung. Dem stehen nur die Avalkosten gegenüber. Der Vergleich nutzt die günstigere Kautionsversicherung.
So liest sich das Ergebnis
Freigesetzte Liquidität ist der Betrag, der ohne Bürgschaft als Einbehalt gebunden wäre. Die Bürgschaftskosten über die Laufzeit sind der Preis dafür. Liegt die freigesetzte Liquidität deutlich über den Bürgschaftskosten, kann die Ablöse wirtschaftlich sinnvoll sein.
Alle Werte sind unverbindliche Beispielrechnungen auf Basis Ihrer Angaben. Es handelt sich nicht um ein Angebot und keine Konditionszusage. Der Rechner nutzt feste Orientierungswerte auf Basis marktüblicher Konditionen. Die tatsächlichen Konditionen hängen von Anbieter, Bonität, Bürgschaftsart, Laufzeit, Bürgschaftssumme und der Prüfung durch Bank oder Versicherer ab. vob-factoring.de ist unabhängiger Vermittler für VOB-Factoring und vermittelt keine Bürgschaften; die Bürgschaft stellt der jeweilige Bürge, also eine Bank oder ein Kautionsversicherer, nach individueller Prüfung. Mindestbeiträge, Bürgschaftstext und die Anerkennung des Bürgen durch den Auftraggeber sind eigene Themen und im Einzelfall zu klären. Alle Werte netto.
Wie der Bürgschaftskosten-Rechner funktioniert
Der Rechner schätzt die Kosten einer Bau-Bürgschaft anhand weniger Angaben. Sie wählen die Bürgschaftsart, tragen die Bürgschaftssumme ein, geben Ihre Bonität und die voraussichtliche Laufzeit an. Daraus ergibt sich der Avalsatz pro Jahr, und der Rechner zeigt Kautionsversicherung und Bankbürgschaft nebeneinander.
Die Bürgschaftssumme können Sie direkt in Euro eingeben oder optional aus Auftragssumme und Quote berechnen lassen. Die Quote-Beschriftung wechselt dabei je nach Bürgschaftsart: bei Gewährleistung und Vertragserfüllung ist es die Sicherheitsquote, bei der Anzahlungsbürgschaft die Anzahlungsquote. Die Rechenlogik ist einfach: Bürgschaftssumme mal Avalsatz ergibt die Jahreskosten, multipliziert mit der Laufzeit die Gesamtkosten. Bei der Bankbürgschaft kommt eine einmalige Einrichtungsgebühr hinzu, bei kleinen Summen greift jeweils ein Mindestbeitrag.
Die drei Bürgschaftsarten im Rechner
Die Gewährleistungsbürgschaft sichert Mängelansprüche nach der Abnahme und liegt häufig bei rund fünf Prozent der Auftragssumme. Die Vertragserfüllungsbürgschaft sichert die Ausführung bis zur Abnahme und liegt häufig bei rund zehn Prozent. Die Anzahlungsbürgschaft sichert eine erhaltene Vorauszahlung und orientiert sich an der Höhe der Anzahlung.
Welche Werte der Rechner verwendet
Der Rechner arbeitet mit festen Orientierungswerten auf Basis marktüblicher Konditionen. Die Sätze sind nach Bürgschaftsart und Bonität gestaffelt und als jährliche Avalprovision auf die Bürgschaftssumme zu verstehen. Die folgenden beiden Tabellen zeigen die hinterlegten Werte offen.
Kautionsversicherung, Avalsatz pro Jahr:
Bonität
Gewährleistung
Vertragserfüllung
Anzahlung
sehr gut
0,80 %
1,20 %
1,20 %
gut
1,50 %
2,00 %
2,00 %
mittel
2,50 %
3,00 %
3,00 %
Bankbürgschaft, Avalsatz pro Jahr:
Bonität
Gewährleistung
Vertragserfüllung
Anzahlung
sehr gut
1,50 %
2,00 %
1,50 %
gut
2,50 %
3,00 %
2,50 %
mittel
3,50 %
4,50 %
3,50 %
Hinzu kommen ein Mindestbeitrag von rund 50 Euro pro Jahr bei der Kautionsversicherung und rund 30 Euro pro Jahr bei der Bankbürgschaft sowie eine einmalige Einrichtungsgebühr von rund 100 Euro bei der Bank. Diese Werte sind Richtwerte. Die tatsächlichen Konditionen hängen von Anbieter, Bonität, Bürgschaftsart, Laufzeit, Bürgschaftssumme und der Prüfung durch Bank oder Versicherer ab.
Bankbürgschaft oder Kautionsversicherung?
Die Kosten sind nicht der einzige Unterschied. Entscheidend ist auch, wie sich die Bürgschaft auf die eigene Finanzierung auswirkt. Eine Bankbürgschaft wird häufig auf die Gesamtkreditlinie angerechnet und verringert damit den Spielraum für andere Finanzierungen. Eine Bürgschaft über einen Kautionsversicherer läuft über einen eigenen Avalrahmen und lässt die Kreditlinie bei der Hausbank in der Regel unberührt.
In der Praxis kann die Kautionsversicherung für Bau- und Handwerksbetriebe häufig naheliegen, weil sie tendenziell günstiger ist und die Kreditlinie schont. Eine Bankbürgschaft kann dann sinnvoll sein, wenn ohnehin eine enge Bankbeziehung besteht und Linie frei ist. Welcher Weg im Einzelfall günstiger ausfällt, zeigt der Rechner durch die direkte Gegenüberstellung beider Wege.
Bürgschaftskosten und Sicherheitseinbehalt vergleichen
Der wirtschaftliche Kern liegt im Vergleich zwischen Bürgschaft und Bar-Einbehalt. Ein Sicherheitseinbehalt bindet den vollen Betrag, oft über Jahre. Die Bürgschaft kostet dagegen nur eine Avalprovision pro Jahr und gibt den einbehaltenen Betrag als Liquidität frei. Bei Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsbürgschaften zeigt der Rechner diesen Vergleich direkt an.
Beispiel
5.000 Euro Sicherheitseinbehalt gegen 1,5 Prozent Avalprovision ergeben rund 75 Euro pro Jahr. Über vier Jahre sind das rund 300 Euro Kosten, während die 5.000 Euro Liquidität im Betrieb verfügbar bleiben. Die Zahlen sind ein Beispiel, die tatsächlichen Sätze hängen vom Einzelfall ab.
Wie die Ablöse eines Sicherheitseinbehalts durch eine Bürgschaft rechtlich und praktisch funktioniert, wann sie sich lohnt und worauf im Bürgschaftstext zu achten ist, steht auf der Seite Bürgschaft statt Sicherheitseinbehalt. Bei der Anzahlungsbürgschaft entfällt dieser Vergleich, weil sie keinen Einbehalt ablöst, sondern eine erhaltene Vorauszahlung absichert. Wie die Anzahlungsbürgschaft im Bau funktioniert und wann sie verlangt wird, steht auf der zugehörigen Detailseite.
Wann sich eine Bürgschaft wirtschaftlich lohnt
Ob sich die Ablöse eines Einbehalts durch eine Bürgschaft lohnt, hängt vom Verhältnis aus freigesetzter Liquidität und kumulierten Avalkosten ab. Günstig ist die Rechnung, wenn die einbehaltene Summe nennenswert ist, die Laufzeit überschaubar bleibt und die Bonität einen niedrigen Avalsatz ermöglicht. Wer das freigesetzte Kapital für laufende Projekte oder neue Aufträge braucht oder mehrere Aufträge parallel führt, profitiert besonders.
Gegen die Ablöse sprechen kleine Bürgschaftssummen, bei denen ein Mindestbeitrag den Effektivsatz hochtreibt, sehr kurze Restlaufzeiten und eine schwache Bonität mit hohem Avalsatz. Der Rechner blendet bei solchen Konstellationen einen Hinweis ein, damit die Entscheidung nicht allein an der Jahreszahl hängt, sondern an den Gesamtkosten über die Laufzeit.
Wann der Rechner nur eine grobe Orientierung ist
Der Rechner liefert eine Schätzung, kein Angebot. Die hinterlegten Sätze sind Orientierungswerte, und die Bonität wird auf drei Stufen vereinfacht. In der Praxis prüfen Bank und Versicherer jeden Fall individuell, und die tatsächlichen Konditionen können nach oben oder unten abweichen.
Außerdem entscheiden Faktoren, die der Rechner nicht abbilden kann: die genaue Bonitätsbewertung, die Vertragsbedingungen, der Bürgschaftstext und die Frage, ob der Auftraggeber den Bürgen als tauglich anerkennt. Sofern die VOB/B wirksam vereinbart wurde, darf der Auftraggeber zum Beispiel keine Bürgschaft auf erstes Anfordern verlangen. Solche Punkte gehören in die individuelle Prüfung und im Zweifel in eine rechtliche Beratung.
Bürgschaftskosten und Factoring
Bürgschaft und Factoring lösen unterschiedliche Probleme. Die Bürgschaft löst ein Sicherheitenthema: Sie ersetzt den Einbehalt und gibt gebundene Liquidität frei. Factoring löst ein Forderungsthema: Offene Abschlags- oder Schlussrechnungen werden früher in Liquidität umgewandelt, statt auf die Zahlung des Auftraggebers zu warten.
In der Praxis treffen beide oft zusammen, wenn ein Einbehalt Kapital bindet und der Auftraggeber zugleich mit längerem Zahlungsziel zahlt. Factoring ersetzt dabei keine Bürgschaft, beide Hebel wirken nebeneinander. Wie Factoring für Bau- und Handwerksbetriebe funktioniert, zeigt die Seite Factoring für Bau- und Handwerksrechnungen.
Liquidität neben der Bürgschaft prüfen
Eine Bürgschaft löst den Einbehalt. Factoring betrifft offene Rechnungen. Kommen Einbehalt, Abschlagsrechnungen und längere Zahlungsziele zusammen, lohnt sich eine getrennte Liquiditätsprüfung.
Bürgschaftskosten werden als Avalprovision pro Jahr auf die Bürgschaftssumme berechnet. Bürgschaftssumme mal Avalsatz ergibt die Jahreskosten, multipliziert mit der Laufzeit die Gesamtkosten. Bei der Bankbürgschaft kommt häufig eine einmalige Einrichtungsgebühr hinzu, bei kleinen Summen greift ein Mindestbeitrag. Der Avalsatz hängt von Bürgschaftsart, Bonität und Anbieter ab.
Was ist eine Avalprovision?
Die Avalprovision ist die Gebühr, die Bank oder Kautionsversicherer für die Stellung einer Bürgschaft berechnen. Sie wird als Prozentsatz pro Jahr auf die Bürgschaftssumme angegeben und meist jährlich abgerechnet. Endet die Bürgschaft unterjährig, werden die Kosten in der Regel anteilig berechnet.
Was kostet eine Gewährleistungsbürgschaft?
Als Orientierung liegt die Avalprovision für eine Gewährleistungsbürgschaft bei der Kautionsversicherung je nach Bonität häufig zwischen rund 0,80 und 2,50 Prozent pro Jahr, bei der Bankbürgschaft tendenziell höher. Bei einer Bürgschaftssumme von 5.000 Euro und 1,5 Prozent sind das rund 75 Euro pro Jahr. Die tatsächlichen Konditionen hängen vom Einzelfall ab.
Was kostet eine Vertragserfüllungsbürgschaft?
Die Vertragserfüllungsbürgschaft ist tendenziell teurer als die Gewährleistungsbürgschaft, weil sie ein höheres Risiko abdeckt und häufig auf eine höhere Summe bezogen ist. Als Orientierung liegt die Avalprovision bei der Kautionsversicherung je nach Bonität häufig zwischen rund 1,20 und 3,00 Prozent pro Jahr. Maßgeblich bleiben die individuelle Prüfung und die Bürgschaftssumme.
Ist eine Kautionsversicherung günstiger als eine Bankbürgschaft?
Häufig ja. Eine Kautionsversicherung ist tendenziell günstiger als eine Bankbürgschaft und belastet die Kreditlinie bei der Hausbank in der Regel nicht, weil sie über einen eigenen Avalrahmen läuft. Eine Bankbürgschaft wird dagegen oft auf die Gesamtkreditlinie angerechnet. Der genaue Satz hängt von Bonität, Summe und Laufzeit ab, ein Vergleich beider Wege ist sinnvoll.
Lohnt sich eine Bürgschaft statt Sicherheitseinbehalt?
Häufig lohnt sich die Ablöse, wenn die freigesetzte Liquidität deutlich über den kumulierten Avalkosten liegt. Das ist eher der Fall bei nennenswerter Einbehaltssumme, überschaubarer Laufzeit und guter Bonität. Bei sehr kleinen Summen oder kurzer Restlaufzeit kann der Mindestbeitrag den Vorteil aufzehren. Mehr dazu auf der Seite Bürgschaft statt Sicherheitseinbehalt.